{"id":1967,"date":"2014-04-24T15:27:25","date_gmt":"2014-04-24T13:27:25","guid":{"rendered":"https:\/\/luegde.sawah.mobi\/?page_id=1967"},"modified":"2014-05-18T10:46:03","modified_gmt":"2014-05-18T08:46:03","slug":"das-muehlenwesen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/luegde.sawah.mobi\/?page_id=1967","title":{"rendered":"Das M\u00fchlenwesen"},"content":{"rendered":"<p><em>Foto: Neubau des M\u00fchlrades im Jahr 1986 Karl Thiele, Werner Schr\u00f6der, Heinrich B\u00fcker, Werner Ridder, Siegfried Seidel und Wilhelm Lutter (von hinten nach vorne, Quelle:\u00a0Heimat- und Verkehrsverein Elbrinxen)<\/em><\/p>\n<p>Die ersten Siedler lie\u00dfen sich hier im 9. Jh. nieder. Der Boden war fruchtbar und die Wasserversorgung sicher. Zur Lebensgrundlage eines Dorfes, dessen Basis die Landwirtschaft bildete, waren M\u00fchlen unverzichtbar. W\u00e4hrend des Mittelalters bis ins 19. Jh. standen M\u00fchlen im Eigentum der jeweiligen Grundherrschaft. Die M\u00fchlenp\u00e4chter zahlten in Form von Naturalien, sp\u00e4ter in Geld. Forstdienste f\u00fcr das Holz zum Betrieb der M\u00fchle mussten teilweise geleistet oder auch mal ein Jagdhund f\u00fcr die Herrschaft in Lippe gef\u00fcttert werden.<\/p>\n<p>Hier in der Region gab es Wasserm\u00fchlen, wohl ab dem 11. Jahrhundert. Wichtig war bei der Standortwahl vor allem die ausreichende Wasserversorgung. War die nicht garantiert, mussten andere Wasserzufl\u00fcsse genutzt oder M\u00fchlteiche angelegt werden. In trockenen Sommern standen diese M\u00fchlen still. Erst starke Regenf\u00e4lle oder Gewitterschauer machten den Betrieb wieder m\u00f6glich. Deswegen nannte man diese M\u00fchlen auch Gewitterm\u00fchlen. Die \u201eElbrinxe\u201c (Ilsenbach) allerdings versorgte die M\u00fchlen (Obere und Untere M\u00fchle) mit gen\u00fcgend Wasser.<\/p>\n<p>Das f\u00fcr die \u201eObere M\u00fchle\u201c erforderliche Wasser wurde vom M\u00fchlgraben \u00fcber einen Flutkasten auf das M\u00fchlrad geleitet, das das Mahlwerk antrieb. Es wird erz\u00e4hlt, dass der M\u00fchlgraben seinerzeit durch Falkenhagener M\u00f6nche angelegt worden sei, die oberhalb des Dorfes ein Wehr anlegten und so das Wasser aus der Elbrinxe in den M\u00fchlgraben abzweigten.<\/p>\n<p>Die \u201eObere M\u00fchle\u201c wird urkundlich erstmals erw\u00e4hnt 1585. In dieser Zeit war das neue Dorf Elbrinxen \u2013 die alte Siedlung wurde in der Soester Fehde 1447 v\u00f6llig zerst\u00f6rt \u2013 eines der gr\u00f6\u00dften Orte im Lippischen S\u00fcdosten und die M\u00fchle existenzieller Bestandteil des b\u00e4uerlichen Wirtschaftens. Die M\u00fchle wurde alle 12 Jahre neu verpachtet. Aber nicht alle P\u00e4chter machten ihrer Zunft Ehre. Die Beschwerden der Bauern f\u00fchrten dazu, dass der Biesterfelder Graf Rudolph Ferdinand 1733 den Bau einer weiteren M\u00fchle erlaubte, den die Gemeinde selbst finanzieren musste. Die \u201eUntere M\u00fchle\u201c entstand und wurde bis 1960 als Mahl- und S\u00e4gem\u00fchle betrieben.<\/p>\n<p>Durch Struktur\u00e4nderungen in der Landwirtschaft und den Ausbau von g\u00fcnstigeren Gro\u00dfm\u00fchlen begann in den 50er Jahren der Niedergang der handwerklichen M\u00fchlen. Die \u201eObere M\u00fchle\u201c stellte 1970 ihre Arbeit ein. Am Standort der \u201eUnteren M\u00fchle\u201c wurde nach deren Stilllegung 1960 ein Betrieb zur Weiterverarbeitung von Altpapier eingerichtet. Die sogenannte \u201ePappm\u00fchle\u201c existiert bis heute.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Foto: Neubau des M\u00fchlrades im Jahr 1986 Karl Thiele, Werner Schr\u00f6der, Heinrich B\u00fcker, Werner Ridder, Siegfried Seidel und Wilhelm Lutter (von hinten nach vorne, Quelle:\u00a0Heimat- und Verkehrsverein Elbrinxen) Die ersten Siedler lie\u00dfen sich hier im 9. Jh. nieder. Der Boden war fruchtbar und die Wasserversorgung sicher. 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