{"id":1992,"date":"2014-04-24T16:05:45","date_gmt":"2014-04-24T14:05:45","guid":{"rendered":"https:\/\/luegde.sawah.mobi\/?page_id=1992"},"modified":"2014-05-22T08:13:23","modified_gmt":"2014-05-22T06:13:23","slug":"friedrich-spee-von-langenfeld-ein-mutiger-lyriker","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/luegde.sawah.mobi\/?page_id=1992","title":{"rendered":"Friedrich Spee von Langenfeld"},"content":{"rendered":"<p><em>Foto: Friedrich Spee (*1591, \u2020 1635) war ein jesuitischer Seelsorger und Theologe. Er gilt als einer der bedeutendsten katholischen Kirchenliederdichter des 17. Jahrhunderts (Quelle: www.friedrich-spee.de)<\/em><\/p>\n<p>W\u00e4hrend seines Aufenthaltes im Kloster Falkenhagen 1631 beendete er hier sein wohl bedeutendstes Werk, die \u201eCautio Criminalis\u201c, eine Warnschrift gegen die Hexenprozesse. 1350 bis 1750 w\u00fctete die Inquisition in Europa und hetzte ihre Opfer. Ereignisse, die nicht gleich erkl\u00e4rt werden konnten, waren Teufelswerk. Unwissenheit, Aberglaube, Missernten und Pestepidemien: All dies lies die Menschen nach \u201aSchuldigen&#8216; suchen. Um die Angeklagten ihrer angeblichen Vergehen zu \u00fcberf\u00fchren, wurden sie oft brutal gefoltert, bis sie bereit waren, jedes Gest\u00e4ndnis abzulegen, um den Schmerzen zu entgehen. Die Kirche selbst bef\u00fcrwortete Folter und Verbrennung von Hexen, rief sogar \u00f6ffentlich zur Anzeige gegen Verd\u00e4chtige auf und drohte mit harten Strafen bei Nichtmeldung.<\/p>\n<p>Als Seelsorger und Beobachter der Hexenprozesse sah Friedrich Spee tagt\u00e4glich die Grausamkeiten von Folter und Hexenwahn. Seine Schrift \u201eCautio Criminalis\u201c (\u201eVorsicht im Urteil\u201c) war ein Resultat seiner Erlebnisse als Beichtvater. Wie sollte ein unter Schmerzen und Blut erzwungenes Gest\u00e4ndnis der Wahrheitsfindung dienen? Ein leidender Mensch w\u00fcrde alles gestehen, um seine Folter zu beenden.<\/p>\n<p>Mit der \u201eCautio Criminalis\u201c prangerte er die Hexenverfolgung durch seine eigene Kirche an und alle Institutionen, die daran beteiligt waren. Gegen\u00fcber den Verantwortlichen forderte er ein nachvollziehbares \u201arechtsstaatliches&#8216; Verfahren, um die Verd\u00e4chtigen zu \u00fcberf\u00fchren. Er verteidigte die Rechte der als Hexen angeklagten Frauen und wandte sich gegen deren Verurteilung aufgrund von Folter erpresster Zeugenaussagen.<\/p>\n<p>Die Ver\u00f6ffentlichung seiner Schrift 1631 erfolgte zun\u00e4chst anonym, lediglich mit dem Vermerk \u201eVon einem ungenannten r\u00f6mischen Theologen\u201c. Denn in dieser Zeit war es nicht ungef\u00e4hrlich, sich offen gegen die Hexenverfolgung zu \u00e4u\u00dfern. Die Hexenfurcht bestimmte das Leben der Menschen und lies sie auch nicht vor der Anklage gesellschaftlich angesehener Pers\u00f6nlichkeiten zur\u00fcckschrecken. Friedrich Spee musste f\u00fcrchten, mit seinen Aussagen zur Hexenverfolgung selbst ihr Opfer zu werden.<\/p>\n<p>Das Aufsehen um sein Werk war gro\u00df. Doch es gab auch viele Bef\u00fcrworter seiner Mahnschrift und letztlich leitete sie einen Prozess des Umdenkens in der Gesellschaft ein. Viele Menschen wurden so gerettet.<\/p>\n<p>Obwohl bereits kurz nach dem Erscheinen der ersten Ausgabe ordens- und kirchenintern Hinweise auf Spee als Verfasser hindeuteten, wurde er erstmals als Autor der \u201eCauto Criminalis\u201c in der italienischen Ausgabe von 1731 auf dem Titelblatt genannt.<\/p>\n<p>Friedrich Spee von Langenfeld starb im Alter von nur 44 Jahren in Trier. Er hatte sich bei der Pflege und Betreuung verwundeter und pestkranker Soldaten infiziert.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Foto: Friedrich Spee (*1591, \u2020 1635) war ein jesuitischer Seelsorger und Theologe. Er gilt als einer der bedeutendsten katholischen Kirchenliederdichter des 17. 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