{"id":2000,"date":"2014-04-24T16:19:38","date_gmt":"2014-04-24T14:19:38","guid":{"rendered":"https:\/\/luegde.sawah.mobi\/?page_id=2000"},"modified":"2014-05-18T10:48:06","modified_gmt":"2014-05-18T08:48:06","slug":"hueter-und-waechter","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/luegde.sawah.mobi\/?page_id=2000","title":{"rendered":"H\u00fcter und W\u00e4chter"},"content":{"rendered":"<p><em>Foto: Die m\u00e4chtige Hudeeiche (Quelle:\u00a0www.teutoburger-maerchen-wald.de)<\/em><\/p>\n<p>Sie sitzen unter einer uralten Hudeeiche auf dem L\u00fcdenberg. Im fr\u00fchen Mittelalter befand sich hier ein Wald, der von den Bauern der umgebenden D\u00f6rfer weitr\u00e4umig gerodet wurde, um Ackerfl\u00e4chen anzulegen. Typisch f\u00fcr diese Zeit waren die sogenannten W\u00f6lb\u00e4cker. Es gab damals noch keine wendbaren Pfl\u00fcge und die Scholle konnte nur in eine Richtung gewendet werden. Der Bauer begann von der Mitte aus zu pfl\u00fcgen, jeweils links und rechts im Wechsel. So wurde nach und nach der Acker zur Mitte hin aufgeh\u00e4uft. Bei genauem Hinsehen k\u00f6nnen Sie die H\u00fcgel noch heute in der Landschaft entdecken. Im Zuge der Eversteinschen Fehde im Jahr 1407 wurden die D\u00f6rfer niedergebrannt und die kultivierte Landschaft verw\u00fcstet.<\/p>\n<p>In den kommenden Jahrzehnten eroberte die Natur die Fl\u00e4chen zur\u00fcck und der Wald entwickelte sich neu. Die Bauern nutzten den Wald, um dort ihr Vieh zu h\u00fcten. Auf diesen sogenannten Hude- oder H\u00fctefl\u00e4chen gaben Eicheln und Bucheckern eine gute Mast f\u00fcr Schweine, Schafe, Ziegen und Rinder.<\/p>\n<p>Bis 1850 hatte die Bev\u00f6lkerung lippeweit das Recht, ihr Vieh in die f\u00fcrstlichen W\u00e4lder zu treiben. Diese spezielle Form der Viehwirtschaft pr\u00e4gte so ein besonderes Waldbild: Durch das Kurzhalten des Unterholzes durch die Tiere konnte der Wald sich nicht weiter verj\u00fcngen. Die vorhandenen B\u00e4ume entwickelten sich durch die guten Wuchs- und Lichtverh\u00e4ltnisse zu stattlichen Exemplaren mit ausladenden Kronen und knorrigen St\u00e4mmen. Wie diese Eiche hier. Bezahlt hat sie den Preis der Solit\u00e4rstellung mit manchem Blitzeinschlag, aber sie trotzte Wind und Wetter.<\/p>\n<p>Und auch Grenzstreitigkeiten hat sie \u00fcberstanden. Die Fl\u00e4chen um sie herum waren in der Vergangenheit oft Anlass f\u00fcr Auseinandersetzungen zwischen den F\u00fcrstent\u00fcmern Lippe und Pyrmont um den Verlauf ihrer Grenzen. Im Jahr 1796 kam es zu einem Vergleich, in dem ein Drittel des Berges Lippe zugesprochen wurde und zwei Drittel Pyrmont. Die Lipper bauten jedoch eine Klausel in den Vertrag ein, die festlegte, dass das Pyrmonter Gebiet noch ein letztes Mal durch die Lipper bepflanzt werden durfte. Die waren pfiffig und bauten kein Getreide an, sondern pflanzten junge Eichen und Buchen, die erst nach 63 Jahren abgeholzt wurden.<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise blieb diese Eiche abermals verschont. Heute bewacht sie die lippische Grenze zu Niedersachsen und hat mittlerweile ein stolzes Alter von \u00fcber 300 Jahren erreicht.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Foto: Die m\u00e4chtige Hudeeiche (Quelle:\u00a0www.teutoburger-maerchen-wald.de) Sie sitzen unter einer uralten Hudeeiche auf dem L\u00fcdenberg. Im fr\u00fchen Mittelalter befand sich hier ein Wald, der von den Bauern der umgebenden D\u00f6rfer weitr\u00e4umig gerodet wurde, um Ackerfl\u00e4chen anzulegen. Typisch f\u00fcr diese Zeit waren die sogenannten W\u00f6lb\u00e4cker. Es gab damals noch keine wendbaren Pfl\u00fcge und die Scholle konnte nur [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2002,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/luegde.sawah.mobi\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2000"}],"collection":[{"href":"https:\/\/luegde.sawah.mobi\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/luegde.sawah.mobi\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/luegde.sawah.mobi\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/luegde.sawah.mobi\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2000"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/luegde.sawah.mobi\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2000\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2053,"href":"https:\/\/luegde.sawah.mobi\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2000\/revisions\/2053"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/luegde.sawah.mobi\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2002"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/luegde.sawah.mobi\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2000"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}